In der Öl- und Gasindustrie ist das Bergen korrodierter Bohrrohre eine entscheidende, aber auch anspruchsvolle Aufgabe. Da Bohrrohre häufig aufgrund von Faktoren wie den rauen Bedingungen im Bohrloch, chemischen Reaktionen mit Flüssigkeiten und elektrochemischen Prozessen korrodieren, wird ihre strukturelle Integrität geschwächt, was zu Brüchen und dem Absinken in das Bohrloch führen kann. Bei Bergungsarbeiten an korrodierten Bohrrohren sind folgende Aspekte besonders zu beachten:
1. Präzise Beurteilung des Bohrlochzustands
Vor jedem Bergungseinsatz ist ein umfassendes Verständnis der Situation im Bohrloch unerlässlich. Dazu gehört die genaue Bestimmung von Lage und Ausmaß der Rohrkorrosion, Form und Zustand des festsitzenden Rohrs sowie die Ursache seiner Verklemmung. Moderne Bohrlochmessverfahren wie Ultraschall- und Magnetresonanztomographie liefern detaillierte Informationen über die Umgebung im Bohrloch. Beispielsweise ist im Tahe-Ölfeld aufgrund der komplexen Bedingungen im Bohrloch mit hohen Temperaturen, hohem Druck und korrosiven Flüssigkeiten eine gründliche Voranalyse notwendig, um einen effektiven Bergungsplan zu erstellen. Ein unzureichendes oder falsches Verständnis der Situation im Bohrloch kann zur Auswahl ungeeigneter Bergungswerkzeuge und -methoden führen und die Komplexität des Einsatzes erhöhen.
2. AngemessenAngelwerkzeugAuswahl
Angesichts der Empfindlichkeit korrodierter Schläuche ist die Wahl des richtigen Bergungswerkzeugs entscheidend. Zu aggressive Werkzeuge können die bereits geschwächten Schläuche weiter beschädigen. Ist die Schlauchwand beispielsweise durch Korrosion stark ausgedünnt, kann ein Werkzeug mit übermäßiger Greifkraft leicht zum Bruch des Schlauchs in mehrere Teile führen. Werkzeuge mit schonenden Greifmechanismen, wie etwa einziehbare Angelspeere mit elastischen Gleitstücken oder Angelgefäße mit gummierten Griffflächen, sind daher besser geeignet. Bei unregelmäßig geformten Schläuchen können maßgefertigte oder spezielle Bergungswerkzeuge erforderlich sein. Beispielsweise kann bei Schläuchen mit unregelmäßigen Bruchflächen eine Kombination aus …FräswerkzeugUm den Bruch zu beschneiden, kann ein geeignetes Greifinstrument für die anschließende Bergung erforderlich sein.
3. Strenge Kontrolle der Betriebsparameter
Beim Bergungsvorgang ist die strikte Einhaltung der Betriebsparameter unerlässlich. Dazu gehört die Kontrolle von Faktoren wie Gewicht auf dem Bohrmeißel (WOB), Drehzahl und Zugkraft. Das WOB sollte relativ niedrig gehalten werden und typischerweise 5 kN nicht überschreiten, um eine Überlastung des korrodierten Bohrgestänges und dessen Bruch zu vermeiden. Die Drehzahl sollte ebenfalls niedrig sein, üblicherweise unter 30 U/min, um ein zu hohes Drehmoment und damit eine Beschädigung des Bohrgestänges zu verhindern. Beim Ausbringen der Zugkraft zum Bergen des Bohrgestänges muss diese zudem schrittweise und vorsichtig erfolgen. Plötzliches oder zu starkes Ziehen kann zum Bruch des Bohrgestänges oder zum Herausziehen aus dem Griff des Werkzeugs führen. Im Fall der Bohrung SZ 36 – 1A im Bohai-Ölfeld war die präzise Kontrolle dieser Parameter entscheidend für die erfolgreiche Bergung des korrodierten und mit Ablagerungen verstopften Bohrgestänges.
4. Echtzeitüberwachung und Anpassungsfähigkeit
Die kontinuierliche Echtzeitüberwachung des Bergungsvorgangs ist unerlässlich. Die Überwachung von Parametern wie Werkzeugdrehmoment, Zugkraft und Bohrlochflüssigkeitseigenschaften ermöglicht eine unmittelbare Rückmeldung über den Fortschritt. Jede ungewöhnliche Änderung dieser Parameter, wie beispielsweise ein plötzlicher Abfall der Zugkraft (was auf einen möglichen Rohrbruch hindeutet) oder ein starker Anstieg des Drehmoments (was auf ein Blockieren des Werkzeugs oder eine Verwicklung des Rohrs schließen lässt), muss einen sofortigen Stopp des Vorgangs auslösen. In diesem Fall muss die Situation neu bewertet und der Bergungsplan entsprechend angepasst werden, beispielsweise durch Werkzeugwechsel oder Änderung der Betriebsparameter. Zeigt die Überwachung beispielsweise einen stetigen Anstieg des Drehmoments während des Bergungsprozesses, kann es erforderlich sein, die Drehzahl zu reduzieren oder die Position des Werkzeugs leicht zu korrigieren, um ein Festklemmen zu vermeiden.
5. Verhinderung von Folgeschäden
Die Vermeidung von Folgeschäden am Bohrloch und am verbleibenden Steigrohr hat höchste Priorität. Beim Bergen des korrodierten Steigrohrs ist darauf zu achten, das Futterrohr nicht zu beschädigen. Der Einsatz von Werkzeugen mit geeigneten Führungs- und Schutzmechanismen, wie z. B. Zentrierern, trägt dazu bei, dass sich das Bergungswerkzeug reibungslos im Bohrloch bewegt und nicht mit dem Futterrohr kollidiert. Beim Fräsen oder Schneiden des korrodierten Steigrohrs (falls erforderlich) sind außerdem Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass sich Ablagerungen im Bohrloch festsetzen oder andere Bohrlochausrüstung beschädigen. Dies kann den Einsatz geeigneter Bohrlochreinigungsflüssigkeiten und die Sicherstellung einer effizienten Flüssigkeitszirkulation zum Abtransport der Ablagerungen umfassen.
6. Bohrlochflüssigkeitsmanagement
Die Bohrlochflüssigkeit spielt eine entscheidende Rolle beim Bergungsvorgang. Sie dient nicht nur der Kühlung und Schmierung der Bergungswerkzeuge, sondern beeinflusst auch die Integrität des korrodierten Steigrohrs und des Bohrlochs. In manchen Fällen muss die Bohrlochflüssigkeit angepasst oder behandelt werden. Enthält sie beispielsweise korrosive Substanzen, die das verbleibende Steigrohr oder die Bergungswerkzeuge weiter beschädigen könnten, können Korrosionsinhibitoren hinzugefügt werden. Bei starken Ablagerungen im Bohrloch kann eine geeignete Reinigungsflüssigkeit oder eine Flüssigkeit mit erhöhter Transportkapazität erforderlich sein, um die Verunreinigungen effektiv zu entfernen und einen reibungslosen Bergungsvorgang zu gewährleisten. Bei der Bergung korrodierter Steigrohre in einigen Bohrungen wurde die Bohrlochflüssigkeit rechtzeitig angepasst, was die Effizienz des Vorgangs verbesserte und das Risiko des Festklemmens der Werkzeuge verringerte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bergungsarbeiten an korrodierten Rohrleitungen ein hohes Maß an technischem Fachwissen, sorgfältige Planung und strikte Durchführung erfordern. Durch die Berücksichtigung dieser Schlüsselaspekte kann die Erfolgsquote der Bergungsarbeiten deutlich verbessert, die Auswirkungen auf die Öl- und Gasförderung minimiert und potenzielle wirtschaftliche Verluste reduziert werden.
Kontakt: May Ye
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Veröffentlichungsdatum: 05.09.2025







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